Caroline Cornfine genießt mit ihrer Familie die Weihnachtszeit – aber manche Naschereien kommen ihr nicht auf den Tisch

Diese drei weihnachtlichen Süßigkeiten kaufe ich nie im Supermarkt!

Autorin

Caroline Cornfine

Süße Verlockungen lauern das ganze Jahr über. Aber in der Vorweihnachtszeit ist es ganz besonders schlimm. Nicht nur im Supermarkt stapeln sich Schoko-Nikoläuse über Lebkuchen, Stollen und Spekulatius, auch die Innenstädte duften nach Punsch, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Gesunde, klassische Weihnachtsleckereien sucht man vergeblich. Und ganz ehrlich: Das muss auch nicht unbedingt sein.

Diese Zeit ist etwas ganz Besonderes und der Genuss von Naschereien gehört – zumindest für mich – eindeutig dazu. Trotzdem lohnt es sich durchaus, etwas genauer hinzuschauen. Denn einige Süßigkeiten warten mit weit bedenklicheren Zutaten auf, als nur Zucker und Weißmehl.

Hier kommen meine Top 3 der weihnachtlichen Süßigkeiten, die ich niemals im Supermarkt kaufen würde

Dominosteine

Abgesehen davon, dass Dominosteine auch geschmacklich kein Highlight für mich sind, ist die Zutatenliste dieser Süßigkeit immens: drei bis vier verschiedene Sorten Zucker (z.B. Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzuckersirup, Karamellzuckersirup), dazu Weizenmehl, Weizenstärke, Kartoffelstärke, Feuchthaltemittel, Säuerungsmittel, Emulgatoren – und damit ist die Liste noch lange nicht beendet. Zwischen den Herstellern gibt es minimale Unterschiede, aber in der Basis sind alle Produkte gleich.

Not so Fun Fact: In Dominosteinen steckt meistens gar kein Marzipan, sondern das viel günstigere Persipan. Schmeckt ähnlich und sieht ähnlich aus, wird aber nicht aus Mandeln hergestellt, sondern durch Zermahlen von Aprikosenkernen. Vitamine hat es trotzdem nicht!

Stollen zählt zu den vorweihnachtlichen Klassikern. Caroline Cornfine rät von den industriell hergestellten Varianten ab | Foto: Chandlervid85, Freepik

Stollenkonfekt

Weihnachten ohne Stollen? Für mich undenkbar. In meiner Familie gab es den, im Gegensatz zu Plätzchen, auch tatsächlich erst ab dem ersten Weihnachtsfeiertag – und zwar zum Frühstück. Eine dicke Scheibe mit Butter drauf, entweder der Quarkstollen meiner Mama oder die Dresdner bzw. australische Variante meiner Omas. Das sind für mich Kindheitserinnerungen pur.

Stollen selbst zu machen ist eigentlich gar nicht so schwer: Letztendlich ist es ein Rührteig mit getrockneten Früchten, der durch die lange Ruhezeit von mehreren Wochen richtig Geschmack und Aroma entwickelt. Und hier ist schon der Knackpunkt: Ruhezeit bedeutet für die Industrie Lagerzeit – und die ist teuer. Deshalb wird in industriellen Stollen oder Stollenkonfekt alles reingeklöppelt, was das lebensmitteltechnische Labor hergibt.

Hier steht gar nicht mal unbedingt der Zucker (in all seinen Varianten) im Vordergrund, sondern das Fett, das sich oft in seiner billigsten Form wiederfindet. Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, ganz gehärtetes Palmfett und Natriumstearoyl-2-lactylat sind nur ein Auszug aus der Zutatenliste. Mir schmerzt der Bauch allein schon vom Durchlesen!

Deshalb lautet meine Empfehlung: lieber selbst backen – oder ein Stück beim Handwerksbäcker besorgen und ganz bewusst an den Feiertagen genießen.

Pfeffernüsse

Im Gegensatz zu Dominosteinen oder Stollenkonfekt kommen Pfeffernüsse eigentlich recht unscheinbar daher. Ein etwas trockener Lebkuchen mit undefinierbarer Glasur – kann doch nicht so schlimm sein oder? Oh doch! Auch in dieser Süßigkeit finden sich Zucker in den unterschiedlichsten Formen, dazu Säuerungsmittel, Stärke und Geliermittel. Vor allem bei letzterem lohnt es sich, genau auf die Verpackung zu schauen. Es gibt Hersteller, die Schweinegelatine verwenden. Damit ist das Produkt nicht mal mehr vegetarisch.

Welche weihnachtlichen Süßigkeiten sind okay?

Welche weihnachtlichen Süßigkeiten kann man denn dann überhaupt noch essen? Eine berechtigte Frage. Ganz grundsätzlich rate ich immer zu einem Blick auf die Zutatenliste. Kennt ihr alle Zutaten, die aufgelistet sind? Dann könnt ihr das Produkt guten Gewissens in den Einkaufskorb legen. Wenn nicht, lass’ es lieber bleiben.

Selbst backen ist natürlich immer die beste Variante, macht aber selbstverständlich viel Arbeit und es hat auch nicht jede(r) ein Händchen dafür. Eine gute Lösung sind frische, aber fertige Plätzchenteige aus der Kühltruhe. Die Zutatenliste entspricht bis auf wenige Ausnahmen der von selbstgemachten Teigen – und ihr habt gleich eine Beschäftigung für eure Kinder an nasskalten Adventstagen. Gemeinsames Plätzchenbacken gehört zum Advent ja irgendwie dazu. Eine zweite schnelle Alternative: Trockenfrüchte oder Nüsse, die ihr in Schokolade wälzt.

Gebrannte Mandeln – wer sie selber macht, kann Zucker sparen | Foto: Pexels

Gebrannte Mandeln selber machen

Ein Klassiker vom Weihnachtsmarkt, den ihr supereasy (aber zuckerärmer) zu Hause machen könnt: gebrannte Mandeln. Alles, was ihr dafür braucht, sind eine Pfanne, ein Pfannenwender (am besten aus Holz), ganze ungeschälte Mandeln, Zucker, Gewürze (z.B. Zimt, Vanille, Lebkuchengewürz, Tonka, Chili, Meersalz, Kardamom) und etwas Geduld.

Das Tolle: Ihr könnt die Zuckermenge selbst bestimmen – und ihr spart euch die Duftkerze. Der Duft im Haus ist einfach phänomenal!

Gebrannte Mandeln selbst machen. So geht’s:

100 g weißer Zucker (auch weniger geht – aber keinen braunen oder Rohrohrzucker, der karamellisiert nicht)

100 ml Wasser

etwas gemahlene Vanille oder Vanilleextrakt

½ TL Zimt (oder etwas Lebkuchengewürz)

1 Prise Salz (verstärkt das Aroma)

200 g ganze, ungeschälte Mandeln

Ein Backblech mit Backpapier und zwei Löffel bereitlegen. Zucker und Wasser in einer beschichteten Pfanne zum Kochen bringen und solange kochen, bis der Zucker im Wasser komplett gelöst ist. Dann die Mandeln hinzugeben und bei mittlerer Hitze rühren, rühren, rühren bis das Wasser komplett verdampft ist. Das dauert eine Weile. Danach beginnt der Zucker trocken und krümelig zu werden. Hier bitte NICHT aufhören zu rühren! Denn nun beginnt der Zucker wieder flüssig zu werden und zu Karamellisieren (dafür braucht es ein bisschen Hitze, aber nicht zu viel, sonst verbrennt er). Wenn die Mandeln schön glänzen, alles auf das Backpapier geben und mit den Löffeln die Mandeln voneinander trennen. Kurz auskühlen lassen und genießen!

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